Phaedra
Hans Werner Henze

„Splatter-Antike“

„(…) Nach Neudeutungen beim Maggio Musicale und in Heidelberg, beide 2008, sowie kürzlich in Luzern wagte sich nun die Deutsche Oper am Rhein im Rahmen des Henze-Projekts der Kulturhauptstadt RUHR.2010 an eine weitere Interpretation. Im Theater Duisburg zeigt Sabine Hartmannshenn im atmosphärischen Bühnenbild von Dieter Richter eine Lesart, die sich, anders als die Produktionen in Berlin und Heidelberg, recht wenig um die schillernde, weil in sich widersprüchliche Gattungsbezeichnung „Konzertoper“ sorgt, mit der Henze Dramaturgen wie Regisseure listig herausgefordert hat. Stattdessen konzentriert sich Hartmannshenn auf das genuin theatralische Moment dieses inspirierten Alterswerks. Davon profitiert vor allem der verklausulierte zweite Teil (…). Die Regisseurin macht daraus eine freche Antikentravestie, die mit ihrer ironisierenden Splatterfilm-Ästhetik die bislang unterbelichteten komisch-skurrilen Seiten des Stückes herausstellt. Henzes Werk erscheint dadurch nur umso vielfältiger und hält diesen beherzten Zugriff spielend aus, wie nicht zuletzt der einhellige Beifall für das Regieteam, das durchweg erfreuliche Ensemble und die von Wen-Pin Chien sehr engagiert angeleiteten Duisburger Philharmoniker bewies.“

Christian Wildhagen, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, 11. November 2010

„Szenisch furios“

"Hans Werner Henze aber schickt der traurigen Handlung in seiner "Konzertoper" Phaedra noch eine drollige Groteske hinterher und schafft damit ein gelöstes Spätwerk, das am Duisburger Opernhaus von Sabine Hartmannshenn mit viel Witz inszeniert wurde. Fazit: Auch wenn der saftige Mythos hier ein wenig bildungsbürgerlich verblasen erscheint: die Duisburger Aufführung von Henzes Phaedra ist szenisch furios und musikalisch eindrucksvoll geraten – und rettet damit das Spätwerk eines Granden der deutschen Gegenwartsmusik."

Michael Struck-Schloen, “Scala“(WDR 5), 8. November 2010

„Frankensteins göttliche Farce – Die Neuinszenierung von ‚Phaedra’ an der Deutschen Oper am Rhein beschert einen der Höhepunkte des Henze-Jahres“

„Zu den Qualitäten der Neuinszenierung an der Deutschen Oper am Rhein zählt der Nachweis der Bühnenwirksamkeit des zweistündigen Werks. (…) Den krassen Dualismus der beiden Teile mit seinem Umschlag von einer sensibel erfassten Tragödie in eine überdrehte Farce stattet die Regisseurin mit starken Konturen aus. Vor der Pause stehen die Beziehungsgeflechte im Mittelpunkt, bei denen sich der Wille der Menschen und die Handlungen der Götter im Wege stehen. Filigrane Handlungssplitter, die, wie in Duisburg, nur durch eine feine, detailgenaue und handwerklich perfekte Personenführung unter Spannung gehalten werden können. (…) Viel Beifall für einen Höhepunkt des Henze-Projekts.“

Pedro Obiera, Neue Ruhrzeitung, 2. November 2010

„Henze-Höhepunkt an der Rheinoper: ‚Phaedra’“

„Regisseurin Sabine Hartmannshenn animiert das homogene Sängerquartett in Dieter Richters hinreißend atmosphärischem Bühnenbild zu quirliger Spielfreude. (…) ein Höhepunkt des Henze-Jahrs.“

Regine Müller, „Rheinische Post“, 1. November 2010

„Schrilles Liebesgemetzel der Götter“

„Ein Wechselbad der Empfindungen löst Hans Werner Henzes Oper „Phaedra“ aus. Lyrische, zarte Momente schaffen eine meditative Atmosphäre. Doch spätestens im zweiten Akt weichen alle Sanftheiten einer kruden und schrillen Ästhetik zwischen Frankensteins Operationssaal und Rotlicht-Milieu. Die Regisseurin Sabine Hartmannshenn verschärft in ihrer Inszenierung (…) alle in dem Stück angelegten Kontraste. Vor allem unterscheiden sich die beiden Akte in ihrer Charakteristik – wirkt der eine noch mythologisch überhöht, setzt der andere in einer banalen Unterwelt auf.“

Lars Wallerang, Westdeutsche Zeitung, 1. November 2010

Cosi fan tutte
Wolfgang Amadeus Mozart

Sabine Hartmannshenn hat in Kassel eine federleichte, spritzige, witzige „Cosi“ auf die Bühne gezaubert.
Sie geht augenzwinkernd, aber nicht albern mit dem köstlichen Stoff um, macht keine Verrenkungen, um den Gegenwartsbezug herauszustreichen, weil „Cosi“ überhaupt nichts dergleichen braucht, und bildet gleichwohl nicht einfach nur das brav ab, was in den Bühnenanweisungen steht.

Göttinger Tageblatt, 24.3.2003

(...) Und diesen Witz und Klamauk einer dramatisch und thematisch eher schlichten Verwechslungskomödie, das hat Regisseurin Hartmannshenn mit sehr viel wirklich witzigen Ideen und sehr vielen, sehr schönen Details inszeniert.

Hessischer Rundfunk, HR2; Frühkritik, 24.3.2003

Werther
Jules Massenet

Der intelligenten Version für das Auge folgt die einfühlsame Regieidee: Der bürgerlichen Kleinkariertheit werden Bilder der Klassikerbüsten gegenüber gestellt. (...) Die Begeisterung der Premiere war viel versprechend.

Oberpfälzischer Kurier, 1.8.2002

Lulu
Alban Berg

Sabine Hartmannshenn from Cologne is a real find. (...) Several of the scenes are on a dramatic level
that is a rare on an opera stage.

Dagens Nyheter, Stockholm, 15.4.2002

(...) Gothenburg Opera‘s production of Lulu, a triumph that should reverberate far beyond the Swedish borders. The current production at the Gothenberg Opera is veritable triumph for a house that has the right
to call itself Sweden‘s leading institution for musical dramas, (...).

Boras Tidning; Boras, 16.4.2002

Lulu (...) was affected in a production of intense intellectuality by Sabine Hartmannshenn, (...) If there has to be a winner in this European pageant, then no nation would be shamed with „nul point, but for me Sweden had just that extra edge in Göteborgsoperan‘s very satisfying production.

Opera Now, September 2002

Die Schule der Frauen
Rolf Liebermann

Hartmannshenn entwickelt entlang der Musik den entsprechenden komödiantischen Drive, ohne in Klamauk zu verfallen. Die Regisseurin versteht das junge Team in Bewegungslust und ansteckende Spiellaune zu versetzen, die sich allen Generationen im Zuschauerraum mitteilt.

Kieler Nachrichten, 1.1.2001

Don Giovanni
Wolfgang Amadeus Mozart

Die Liebe ist für ihn nur ein Spiel, dafür findet Regisseurin Sabine Hartmannshenn (...) ein ebenso überzeugendes wie poetisches Bild. (...)
Diese in erotisches Purpur getauchte Szene gehört genauso wie das musikalisch mit unheimlichen Untertönen musizierte, packende Finale des 2. Aktes zu den Pluspunkten der Inszenierung.

Die Welt, 14.2. 2000

Mit feinstem Gespür setzt die Regisseurin hier die Akzente, in der heiklen Gewichtung zwischen Komik und Tragik immer eine Spur näher an der letzteren, niemals die Figur an die Burleske verratend.

Opernwelt, April 2000

Salome
Richard Strauss

Die szenische Stärke dieser inspirierten, ohne aufgesetzte Modernismen und mit wenigen Requisiten auskommenden Produktion liegt nicht zuletzt in ihrer Stringenz und handwerklichen Sorgfalt. (...) Jubel am Premierenabend. Der „Salome“-Erfolg ist programmiert.

Badische Zeitung, 26.6.1999

Insgesamt sehen wir eine sehr ernste Inszenierung, die ihre größte Wirkung erst im Nachhinein entfaltet,
und sich entschieden an neuen dramatischen Formen und Kunstgriffen orientiert.

Freizeit und Kultur, Oktober 1999

Peter Grimes
Benjamin Britten

In der Szene ohne jeden Kitsch, streng, schlüssig, atmosphärisch, konnte Sabine Hartmannshenn (...)
ihre auf das eingängige Soziologen- Schlagwort von Mensch und Masse ausgerichteten Choreographien des Chores entfalten. In kollektiver Brutalität und Hybris ließ sie dabei die gefährliche Masse Mensch — planvoll rhythmisiert — auf den Ausgestoßenen, (...) Peter Grimes los, (...).

Die Welt 19.5.1998

In eindringlichen Bildern legt die Neuinszenierung von Benjamin Brittens Fischertragödie „Peter Grimes“ die Mechanismen solcher Massenphänomene offen. Die junge Regisseurin Sabine Hartmannshenn und ihr Ausstatter Wolfgang Gussmann spielen den Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft modellartig durch. (...) Hier will ein Führungsteam mit all seinen Musikern und Sängern wirklich etwas erzählen. Und der Funke springt über.

Hamburger Rundschau, 20.5.1998

Die sieben Todsünden
Kurt Weill
Der Kaiser von Atlantis
Viktor Ullmann

Le Travail des deux Allemandes (Sabine Hartmannshenn, Bettina Neuhaus) est d‘une clarté percutante qui, alliée a la brieveté de œuvre, laisse une impression extremement forte (...).

La Libre Belgique, 5.9.1996

Das Werk (...) wurde mit großem Erfolg auf die Bühne gebracht — dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit zwischen der Regisseurin Sabine Hartmannshenn und der Bühnen- und Kostümbildnerin Bettina Neuhaus. Nicht nur, daß die beiden eine Meisterleistung erbrachten, sie ergänzten sich auch hervorragend.

Ma‘ Ariv, 16.12.1997

Auch hier schufen Hartmannshenn und Neuhaus (...) eine faszinierende Bühnensprache, und beide Opern ergänzten sich einander hervorragend an diesem Abend des musikalischen Theaters, welcher ohne Zweifel einer der interessantesten und wichtigsten an der New Israeli Opera war.

Ha‘ Aretz, 16.12.1997

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